National, Transnational, Anational: Konzepte der NATION im europäischen Kontext im 21. Jahrhundert

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Jena
Germania

Die Konzepte von Nation erleben im 21. Jahrhundert nach wie vor eine beachtliche Konjunktur und lassen sich in unterschiedlichen Ausprägungen (wie Nationalismus, Autoritarismus, linkem und rechtem Populismus) und vielfältigen sprachlichen Realisierungen finden (so bei lexikalischen Synonymen wie „Heimat“, vgl. Costadura/Ries/Wiesenfeldt 2019, oder „Staat“, vgl. Marks 2019: 36, sowie bei einer Reihe von Metaphern und Metonymien, vgl. Perak 2019 etc.). Diese Konzepte spiegeln sich in der öffentlichen Kommunikation wider, in welcher die Fragen nach Formen und Inhalten von kollektiven Identitäten, Inklusion/Exklusion, Sicherheit/Gefahr, Partikularismus/Universalismus sprachlich-diskursiv entworfen, gesteuert und kommuniziert werden (u.a. Fairclough & Wodak 1997: 273; Burkhardt 2003: 11). Der komplexe Zusammenhang zwischen öffentlichem Sprachgebrauch und sozialem Kontext und dessen Realisierung im politischen und medialen Diskurs erfordert einen interdisziplinären theoretischen und methodologischen Analyserahmen.

Die Organisatoren möchten dazu einladen, Beiträge aus der Sprachwissenschaft, Geschichts-, Politik- und Medienwissenschaft einzureichen, die sich mit der Frage nach den aktuellen Entwürfen von Nationskonzepten im europäischen Kontext kritisch auseinandersetzen. Dabei können folgende Fragestellungen thematisiert werden:

  • imaginäre und reale Grenzen in der Geschichte Europas (sozialwissenschaftliche Theorien der Grenze Eigmüller/Vobruba 2016 )
  • rechtliche, konstitutionelle und institutionelle Konsolidierung (Fragen der Staatsbürgerschaft)
  • kulturelle, nationale oder politische Identität im europäischen Kontext
  • historische Grundlagen aktueller Nations- und Identitätsdiskurse
  • erfolgreiche und gescheiterte Transformationen der normativ geltenden Modelle der Staats- bzw. Kulturnation (z.B. Nordmazedonien bzw. Bosnien und Herzegowina)
  • Zuschreibungen von kulturellen Werten
  • sprachliche und diskursive Ausformung der Nation (z. B. die Inflation des Begriffs „Heimat“ im deutschen öffentlichen Diskurs oder Metaphern und Metonymien im Kontext von „Heimat“)
  • aktuelle politische Handlungen und deren Folgen (Brexit, programmatischer Text „Pour une Renaissance européenne“ von Emmanuel Macron etc.).

Keynotes:

Prof. Dr. Igor Trost, Universität Passau, Sprachwissenschaft

Ass.-Prof. Mag. Dr. Martin Reisigl, Universität Wien, Sprachwissenschaft

Prof. Dr. Florian Bieber, Universität Graz, Politikwissenschaft

Wir legen besonders Wert auf komparative (fach- oder länderübergreifende) Studien und laden ausdrücklich solche Beiträge ein, die in Zusammenarbeit von Historiker/inne/n und Linguist/inn/en oder Politikwissenschaftler/inne/n und Linguist/inn/en entstehen bzw. die zwei oder mehrere Länder und deren spezifische sprachlich-diskursive Merkmale erörtern.

Die Abstracts (max 400 Wörter) sind bis zum 30.06.2020 an die E-Mail: konzepte-der-nation@uni-jena.de zu senden. Information über die angenommenen Beiträge wird bis zum 30.07.2020 verschickt.

Organizzatore
Dr. Aleksandra Salamurović/Jena (http://diskurswestbalkan.uni-jena.de/) und der Internationale Arbeitskreis für Sprache, Geschichte, Politik und Kommunikation (https://www.sgpk.uni-passau.de/informationen/)
Istituzione
Friedrich Schiller Universität Jena
Contatto
Aleksandra Salamurovic
E-mail di contatto
aleksandra.salamurovic@uni-jena.de